//RECONSTRUCTING FRÄULEIN JULIE VON AUGUST STRINDBERG #110205, #300405, #101205

Mit: Sonchai Körner und Yves Hanke
Konzept/Leitung: Sven Mundt
Vorstellungen: 16., 17. und 18. März // 19.00 Uhr
Eintritt: 12,- Euro / 8,- Euro oder Kombiticket für alle drei Stücke: 24,- Euro /16,- Euro


Achtung! Diese drei Aufführungen sind eindeutig und absolut einmalig! Im Rahmen von dramatic dispatch system laden wir Sie zu drei besonderen Theaterabenden ein, die sie einzeln oder auch als Serie besuchen können. Wegen Überlänge beginnen alle drei Rekonstruktionen jeweils schon um 19 Uhr.

August Strindberg erzählt in seinem naturalistischen Trauerspiel "Fräulein Julie" von dem Kokettieren der impulsiven Grafentochter Julie mit dem nüchternen Diener Jean bei einem Mittsommernachtsfest. Er nimmt sie mit in seine Kammer, doch nach dem Rausch beginnt der Streit. Julie wird ihm lästig - sie verlässt am Morgen das Haus mit einem Rasiermesser, das Jean ihr in die Hand gedrückt hat, um sich umzubringen.

In "Reconstructing Fräulein Julie von August Strindberg" bleiben von Strindberg nur seine Figurengerüste übrig. Eine Frau und ein Mann, die sich zufällig begegnen und mit großem Interesse alles übereinander erfahren wollen, aber schnell erkennen müssen, dass Erfahrungen, Lebensverhältnisse, Wünsche, Träume und die dadurch beeinflusste Persönlichkeit es nicht ohne Weiteres einfach machen, sich wirklich nahe zu kommen. Für die Arbeit an "Julie" hat sich die Gruppe um Sven Mundt folgende Regeln aufgestellt:
(1) Über einen Zeitraum von sechs Monaten in unregelmäßigen Abständen zu proben,
(2) mit jeder Probe, mit jeder Begegnung immer wieder am Nullpunkt zu beginnen,
(3) diese Begegnungen irgendwann viel, viel später zu rekonstruieren und aus der Erinnerung heraus die Situation wieder herzustellen,
(4) den Vorgang des Erinnerns möglichst real darzustellen - nicht zu spielen, sondern zu denken - und sich die Zeit dafür zu nehmen, die für diesen Vorgang nötig ist und
(5) dass die nächste Aufführung immer an die Geschehnisse von der vorherigen anknüpft.

Es sind bisher drei Aufführungen an der Schaubühne Lindenfels in Leipzig entstanden - mit einem Zeitraum von zweieinhalb Monaten zwischen der ersten und zweiten und einem Zeitraum von sechs Monaten zwischen der zweiten und dritten -, die als Gastspiel in Bonn erstmalig innerhalb weniger Tage zu sehen sein werden.

"Was Sonchai Körner und Yves Hanke auf der spartanisch gestalteten Bühne über mehr als drei Stunden durchhalten, ist beeindruckend kunstvolles Theater" (Leipziger Volkszeitung im Februar 2005)

dramatic dispatch system ist ein Kooperationsprojekt des theaterimballsaal, Bonn und der Schaubühne Lindenfels, Leipzig und wird gefördert durch den Austauschfonds Ost-West der Kulturstiftung des Bundes.